Ein nur wenige Meter zu kurzes Hebeband kann einen Hebevorgang zum Erliegen bringen. Der unmittelbare Gedanke: Warum nicht einfach zwei Schlingen zusammenfügen? Die Praxis, Schlingen zu verbinden, ist üblich, aber gemäß OSHA 1910.184(c)(2) und ASME B30.9 dürfen Schlingen nicht durch Verknoten oder Verdrehen verkürzt oder verlängert oder durch Verknoten verbunden werden.
Eine Hebeschlinge gibt es in einer bestimmten Farbe – diese Farbe dient jedoch nicht nur der Ästhetik. Gemäß EN 1492-1 (Flachschlingen) und EN 1492-2 (Rundschlingen) entspricht jede Farbe einer bestimmten Arbeitslastgrenze (WLL) und ermöglicht so eine schnelle und einfache Kapazitätserkennung auf der Baustelle.
Auf dem Etikett einer Rundschlinge ist kein Verfallsdatum angegeben – das heißt aber nicht, dass sie ewig hält. Gemäß EN 1492-2, der europäischen Norm für Rundschlingen, sind die Tragfähigkeit (WLL) und der Sicherheitsfaktor angegeben, die Lebensdauer hängt jedoch von den tatsächlichen Einsatzbedingungen ab. Einige Hersteller geben eine maximale Lebensdauer von 10 Jahren ab der ersten Nutzung unter idealen Bedingungen an.
Bei der Wahl zwischen einem Polyester-Hebeband und einem Nylon-Hebeband kommt es nicht darauf an, ob das eine „besser“ als das andere ist – es hängt ganz von der Anwendungsumgebung ab. Für beide Materialien gelten die gleichen Arbeitsbelastungsgrenzen und der gleiche Temperaturbereich (-40 °C bis 100 °C) gemäß EN 1492-1, sie unterscheiden sich jedoch erheblich in der Dehnung, der chemischen Beständigkeit und dem Feuchtigkeitsverhalten. Nylon dehnt sich bei Nennlast um 6–10 % und ist alkalibeständig, wird jedoch durch Säuren zerstört. Polyester dehnt sich nur um 3–4 % und ist säurebeständig, wird jedoch durch Laugen beschädigt. Dieser Leitfaden bietet einen detaillierten Vergleich, der Ingenieuren und Rigging-Fachleuten bei der Auswahl des richtigen Hebebandmaterials für ihre spezifischen Betriebsbedingungen hilft.