Eine nass gelagerte Hebeschlinge sieht möglicherweise unbeschädigt aus, aber Feuchtigkeit kann zu Schimmelbildung, Faserverschlechterung und – im Fall von Nylonschlingen – zu einem vorübergehenden Festigkeitsverlust von bis zu 15 % im nassen Zustand führen, wobei die Festigkeit beim Trocknen wiederhergestellt wird. Noch wichtiger ist, dass Nylonschlingen im nassen Zustand aufgrund der Feuchtigkeitsaufnahme bis zu 25 % ihrer Festigkeit verlieren können. Im Gegensatz dazu sind Polyester-Tragetücher weniger anfällig für Feuchtigkeit, können aber bei feuchter Lagerung dennoch Schimmel und Fäulnis aufweisen. In diesem Leitfaden werden die mit nassen Schlingen verbundenen Risiken, die spezifischen Schwachstellen verschiedener synthetischer Materialien sowie die Inspektions- und Trocknungsverfahren untersucht, die vor der Wiederinbetriebnahme einer nassen Schlinge erforderlich sind.
Eine Hebeschlinge kann ihre Festigkeit verlieren, lange bevor sie sichtbare Abnutzungserscheinungen zeigt – oft ohne Vorwarnung. Extreme Temperaturen, ultraviolette (UV) Strahlung und chemische Einwirkung sind die drei häufigsten Umweltfaktoren, die synthetische Fasern schädigen. Nach Angaben des Canadian Centre for Occupational Health and Safety (CCOHS) können Sonnenlicht, Feuchtigkeit und Temperaturen über 90 °C (194 °F) sowohl Nylon- als auch Polyesterschlingen beschädigen. Die OSHA weist außerdem darauf hin, dass die Festigkeit der Schlinge durch die Einwirkung von Sonnenlicht und ultraviolettem Licht beeinträchtigt wird, und empfiehlt, den Hersteller oder eine qualifizierte Person zu konsultieren, um weitere Anforderungen für die Stilllegung zu klären. In diesem Leitfaden wird untersucht, wie sich die einzelnen Umweltfaktoren auf die Integrität der Hebegurte auswirken, auf welche Warnzeichen Sie achten sollten und wie Sie Ihre Hebegurte vor vorzeitigem Versagen schützen können.
Eine Hebeschlinge mit einem Sicherheitsfaktor von 7:1 hat eine Bruchfestigkeit, die siebenmal so hoch ist wie die Nennarbeitslastgrenze. Dies bedeutet, dass eine für 1 Tonne ausgelegte Schlinge mindestens 7 Tonnen standhalten muss, bevor sie versagt. Der Sicherheitsfaktor 7:1 ist in wichtigen Industrienormen vorgeschrieben, darunter EN 1492-1, EN 1492-2 und AS 4497:2018 für synthetische Hebegurte. In diesem Artikel wird der Unterschied zwischen Sicherheitsfaktor und Arbeitslastgrenze erläutert, warum 7:1 der Standard für Kunststoffschlingen ist, wie er im Vergleich zu anderen Ausrüstungstypen abschneidet und warum dieser Sicherheitsspielraum für den Schutz von Personal und Vermögenswerten bei realen Hebevorgängen unerlässlich ist.